Unsere Leitlinien für eine bessere Versorgung im letzten Lebensabschnitt

Ziel des Projekts „Avenue Pal“ ist eine Verbesserung der Versorgung von Menschen in ihren letzten Lebenstagen und die Vermeidung von unnötigen Verlegungen, die nicht nur eine erhebliche Belastung für alle Beteiligten darstellen. Auch von den Betroffenen sind diese oftmals nicht erwünscht, möchte doch der überwiegende Teil der Menschen den letzten Lebensabschnitt zu Hause oder in vertrauter Umgebung verbringen.

Um dieses Ziel gemeinsam mit allen Beteiligten – Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Ärzte und nicht zuletzt die Angehörigen – zu erreichen, wurden in Zusammenarbeit mit Experten vieler betroffener Fachrichtungen – darunter Pflegeexperten, Haus-, Notärzte und Palliativmediziner, zwei Leitlinien entwickelt. Basierend auf 13 Risikofaktoren, die zu unnötigen Verlegungen führen können, zeigen diese Leitlinien kurz-, mittel- und langfristig umsetzbare Maßnahmen und Handlungsempfehlungen im jeweiligen Versorgungsumfeld auf.

Um die hohe Qualität der Leitlinien noch zu bestärken, orientierte sich die Ausarbeitung der Leitlinien an dem Regelwerk der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.).

Krankenhausleitlinie

 

Diese Leitlinie richtet sich an alle Krankenhäuser, in denen Patienten im letzten Lebensabschnitt stationär behandelt werden. Verlegungen in diesem Versorgungsumfeld betreffen nicht nur Einweisungen und Entlassungen, sondern auch interne Verlegungen auf andere Stationen, die sich nicht minder belastend auf die Betroffenen auswirken und mit Risiken der Gewährleistung der Versorgungsqualität einhergehen. Dass die Verlegung sterbender Patienten die Problemlagen bzw. Anforderungen auf allen Seiten nochmals steigern, ist vielfach aufgezeigt.

Gemäß der Daten der fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik 2016 wurden knapp ein Fünftel der verstorbenen und knapp ein Viertel der Patienten, die auf einer Palliativstation behandelt wurden, auf zwei Fachabteilungen betreut, ungefähr 10 % der Patienten wurden auf drei und mehr Fachabteilungen versorgt.

Den zentralen Punkt in der Umsetzung der Krankenhausleitlinie bildet der Aufbau eines Palliativen Konsildienstes, in dem die notwendigen Kompetenzen gebündelt und stationsunabhängig zur Verfügung stehen. Ein großer Teil der Risikofaktoren und deren Steuerung sind diesen Mitarbeitern aufgrund Erfahrungen und Ausbildungen bekannt. Darüber hinausgehend kann jedoch eine erfolgreiche Umsetzung nur gelingen, wenn sie von der gesamten Einrichtung getragen und unterstützt wird. Dieser Komplexität wird in der Leitlinie ebenso Rechnung getragen. So finden Sie nicht nur Handlungsempfehlungen für die direkt beteiligten Ärzte und Pflegekräfte, sondern ebenso für Mitarbeiter auf der Leitungsebene, für die Personalentwicklung und das Qualitätsmanagement.

 

Die Krankenhausleitlinie wird Ihnen in Kürze sowohl im pdf-Format als auch in einer elektronischen Version als Link auf dieser Seite zur Verfügung stehen. Da die Umsetzung der Leitlinie wie bereits erwähnt einen komplexen Vorgang unter Einbindung vieler verschiedenen Akteure darstellt, bieten wir Ihnen in unserem Help-Desk speziell auf Ihre Einrichtung zugeschnittene Hinweise und Hilfestellungen. Wir laden Sie ein, Ihre bereits bestehenden Strukturen im Hinblick auf Leitlinienkonformität zu analysieren und auf Grundlagen Ihres individuellen Ergebnisses Informationen über ergänzende Maßnahmen zu erhalten oder von einem maßgeschneiderten Projektmanagement zur Leitlinienumsetzung zu profitieren.

Pflegeheimleitlinie

 

Betrifft die Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen doch überwiegend ältere und stark unterstützungsbedürftige Personen, ist das Thema der Begleitung der Bewohner in der letzten Lebensphase im Pflegealltag stets präsent. Die Sterbebegleitung ist zudem ausdrücklicher Bestandteil des Versorgungsauftrages. Jedoch kommt es auch hier zu zahlreichen Verlegungen, zum überwiegenden Teil in Krankenhäuser im Zusammenhang mit Kriseninterventionen, mit den damit einhergehenden Belastungen und Einschränkungen in der Versorgungs- und Lebensqualität der Betroffenen.

Zur Vermeidung dieser Krisen ist eine vorausschauende Planung notwendig. Die vorausschauende Versorgungsplanung (ACP = „Advanced Care Planning“) zur individuellen und umfassenden medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Betreuung in der letzten Lebensphase nimmt damit eine Schlüsselrolle in der Umsetzung der Pflegeheimleitlinie zur Verhinderung unnötiger Verlegungen am Lebensende ein. Diesen ACP-Prozess und dessen Umsetzung in der Einrichtung fest zu etablieren ist eine komplexe Aufgabe, die die gesamte Einrichtung und kooperierende Gesundheitsdienstleister umfasst. Die Pflegeheimleitlinie bietet hierfür und darüber hinausgehend Handlungsempfehlungen für alle beteiligten Akteure.

 

Die Pflegeheimleitlinie wird Ihnen in Kürze sowohl im pdf-Format als auch in einer elektronischen Version als Link auf dieser Seite zur Verfügung stehen. Analog der Krankenhausleitlinie bieten wir auch Ihnen in unserem Help-Desk speziell auf Ihre Pflegeeinrichtung zugeschnittene Hinweise und Hilfestellungen. Wir laden auch Sie ein, Ihre bereits bestehenden Strukturen im Hinblick auf Leitlinienkonformität zu analysieren und auf Grundlagen Ihres individuellen Ergebnisses Informationen über ergänzende Maßnahmen zu erhalten oder von einem maßgeschneiderten Projektmanagement zur Leitlinienumsetzung zu profitieren.

 


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Regionale Versorgungsleitlinie Pflegeheime
2021-05-31 Trans-MIT_Avenue-PAL_Versorgu
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Regionale Versorgungsleitlinie Krankenhaus
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Leitfaden für Kommunen
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