Einleitung

Der überwiegende Teil der Bevölkerung in Deutschland wünscht sich, die letzte Lebensphase im familiären, häuslichen Umfeld zu verbringen. Im Gegensatz zu dieser Vorstellung erlebt ein Großteil der Betroffenen seine letzten Tage in stationären Einrichtungen, in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Hospizen. Zusätzlich zu dieser physisch und psychisch nicht unerheblichen Belastung wird ein beträchtlicher Anteil sterbender Heimbewohner und Krankenhauspatienten in ihren letzten Tagen nochmals in ein weiteres Versorgungsumfeld verlegt.


Aus dieser bis heute weitgehend unreflektierten Praxis ergeben sich rechtliche und ethische Fragestellungen, signifikante Kosteneffekte und insbesondere erhebliche Beeinträchtigungen in der Versorgungs- und Lebensqualität der Sterbenden. Diese Problematik greift das Forschungsprojekt Avenue-Pal, die „Analyse und Verbesserung des sektoren- und bereichsübergreifenden Schnittstellen- und Verlegungsmanagement in der Palliativversorgung“, auf. Im Rahmen dieses Projektes werden unter Federführung des TransMIT-Projektbereiches für Versorgungsforschung, unter Beratung und Leitung durch Prof. Dr. Wolfgang George, sowie in Kooperation mit namhaften Projektpartnern evidenzbasierte Leitlinien entwickelt, um nicht notwendige Verlegungen palliativ versorgter Menschen in Zukunft zu verhindern.


Um den neuen Verlegungsprozess mit einer modernen technischen Lösung zu unterstützen, wird darüber hinaus ein umfassendes Informations- und Kommunikationssystem (IuK) erarbeitet. Zur Implementierung der Leitlinien wird Einrichtungen mit Patienten und Bewohnern in der letzten Lebensphase ein Help-Desk zur Verfügung stehen, der, angepasst an die Ausgangssituation, Informationen über erforderliche Maßnahmen bereitstellt bzw. ein individuelles Projektmanagement ermöglicht. Für Angehörige und "Caregiver" wird eine App entwickelt, die nicht nur zahlreiche wichtige Informationen zur letzten Lebensphase vermittelt, sondern auch als täglicher Begleiter viele praktische Funktionen bietet.


Auf dieser Webseite finden Sie Informationen zu diesem umfassenden Forschungsprojekt, das durch den „Gemeinsamer Bundesausschuss Innovationsfonds“ gefördert wird. Lernen Sie den Projekthintergrund und die Projektziele kennen, erfahren Sie mehr über die im Projekt eingebundenen Partner und verfolgen Sie aktuelle Neuigkeiten und Veröffentlichungen.

Regionalkongress

Am 10.02.2020 findet im Rahmen des Projekts der Regionalkongress "Soziale Teilhabe bis zuletzt" in Gießen statt. Diskutieren Sie mit uns Lösungen für Städte und Gemeinden, um ältere Bürgerinnen und Bürger in ihrem häuslich-nachbarschaftlichen Milieu zu unterstützen und ihnen eine weitreichende Teilhabe – auch in dem letzten Lebensabschnitt - zu ermöglichen. Eine Anmeldung ist bis zum 31.01.2020 möglich.


 

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